Persönlichkeitsentwicklung

Resilienz stärken - Misserfolge als Chance sehen und damit einen der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg im Job entdecken

Resilienz stärken – Niederlagen als Chance sehen und damit einen der wichtigsten Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg im Job entdecken.

Egal, welchen erfolgreichen Menschen Sie fragen: Vor jedem Erfolg stehen viele Niederlagen, Enttäuschungen, Scheitern. Diese zu verhindern, ist unmöglich. Doch wieso lassen sich manche Menschen einfach nicht unterkriegen: Gibt es Veränderungen, kommen sie damit zurecht. Ist ein Misserfolg unausweichlich, akzeptieren sie diesen schnell. Funktioniert auch Plan B nicht, hadern sie nicht lange. Ist der Druck hoch, sind sie in der Lage ihn auszugleichen. Vor allem im Job ist das eine sehr gute Fähigkeit. Die gute Nachricht gleich vorne weg, diese innere Stärke lässt sich erlernen. Stichwort: Resilienz.

Definition Resilienz – Schicksalsschläge überstehen können

Schauen wir in den Duden, bedeutet Resilienz „psychische Widerstandskraft oder die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu überstehen“. Einfach erklärt: Dank Resilienz hält der Mensch einiges aus. Sei es ein Schicksalsschlag wie ein Todesfall, eine schwere Krankheit, Rückschläge im Job oder Privatleben. 

Was haben die Erfindung von Post-it, der ehemalige Tennisspieler Boris Becker und der französische Bildhauer Rodin gemeinsam?

Resilienz – Kunst wieder aufzustehen

Doch Menschen reagieren unterschiedlich und manche können einfach besser damit umgehen. Nach einer Trennung im Privatleben zum Beispiel stecken resiliente Menschen den Kopf nur eine kurze Zeit in den Sand und raffen sich schnell wieder auf, gehen anschließend wieder auf Leute zu und konzentrieren sich auf ihr zukünftiges Glück. Sie bleiben nicht in der Vergangenheit hängen.

Resilienz – Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen

Ebenso im Job: Menschen, die über ein hohes Maß an Resilienz verfügen, stecken Enttäuschungen, Misserfolg am Arbeitsplatz schneller weg. Veränderungen, Beweglichkeit und Unsicherheiten gehören für sie unbedingt zum Job dazu. Sie wissen, dass nicht alles geplant werden kann und dass es mehr als sinnvoll ist, offen zu sein und Veränderungen nicht als Niederlagen zu sehen, sondern als Chance zu begreifen. Sie haben die Zuversicht, dass es dann eben eine andere Möglichkeit gibt, erfolgreich zu sein. Sie können auf ihre Ressourcen zurückgreifen.

Mit Resilienz zu nachhaltigem Unternehmenserfolg

Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Erfindung des Post-it: Vor über 40 Jahren entdeckte der Wissenschaftler Dr. Spencer Silver einen Klebstoff, der zwar sicher auf Oberflächen anhaftete, sich aber auch leicht wieder lösen ließ. Sein Ziel war es aber, einen Klebstoff zu entwickeln, der wirklichen Halt versprach. Umso größer war die Enttäuschung, dass er mit dieser Aufgabe grandios scheiterte. Warum? Der Klebstoff ließ sich einfach wieder ablösen! Ist er daran gescheitert? Zwar gab auch er nicht auf, aber jahrelang interessierte sich niemand für seine Entwicklung.

Und hier zeigte sich, dass auch Dr. Silver über eine starke Ressource verfügte: die der Resilienz. Er blieb an seinem Thema und machte einen Vorteil aus seiner Entwicklung, ein Klebstoff, der sich rückstandlos entfernen ließ. Scheinbar einem Kollegen war es dann zu verdanken, der genau nach so einem Produkt suchte – nach einem Lesezeichen für sein Gesangsbuch, das das Papier nicht beschädigte. Die Zuversicht und Ausdauer von Dr. Silver wurde endlich belohnt. Post-it zählt zu den erfolgreichsten Verbraucherprodukten und hat auch in Zeiten der Digitalisierung, Scrum und Kanban Boards seinen festen Platz in unserer Arbeitswelt – wir können uns das Post-it aus unserem Alltag nicht mehr wegdenken. Als Dr. Spencer in den Ruhestand ging, waren 22 Patente auf seinen Namen zugelassen.

Was Resilienz ausmacht

Es handelte sich bei dem bis heute fortwährenden Erfolg der Post-it also um alles andere als einen geradlinigen Weg. Auch, wenn Sie einen Blick in andere Biografien erfolgreicher Persönlichkeiten werfen, werden Sie ähnliche Niederlagen finden. Boris Becker wurde anfänglich wenig Tennistalent attestiert (er musste deswegen mit Mädchen trainieren). Der weltberühmte Künstler Rodin fiel dreimal durch die Aufnahmeprüfung der Akademie. Was diese drei prominenten Beispiele gemeinsam haben, ist ein hohes Maß an Resilienz, an Fähigkeit, sich nicht unterkriegen zu lassen, Enttäuschungen zu nutzen, um weiter zu kommen.

Wie kann ich resilienter werden?

Statt mit aller Macht, Misserfolge und Niederlagen verhindern zu wollen, ist es sinnvoller, diese in das Leben als „normal“ zu integrieren und zu lernen, mit diesen umzugehen. Nicht jedem ist es in die Wiege gelegt. Manch einem scheint es fast unmöglich. Aber, absolut richtig ist auch: Sie können Ihre Resilienz stärken. Jeder hat die Möglichkeit, dies zu tun. Jeder kann resilienter werden, seine psychische Widerstandsfähigkeit ausbauen und steigern. Doch wie geht das? Letztlich ist das ein bißchen wie ein Training.

Fertige Lösungen und schnelle Tipps zum Durchhalten im Alltag dürfen Sie nicht erwarten. Letztlich geht es bei der Förderung Ihrer Resilienz darum, zu erkennen, wie Sie mit Niederlagen, Enttäuschung umgehen und wie Ihre generelle Einstellung zum Leben ist. Resilient sind diejenigen, die auch in schwierigen Situationen, einen Weg finden, um auf ihr Wissen und ihre Kreativität zugreifen zu können. Dazu gehört aber unabdingbar, wie man die erlebte Situation wahrnimmt und bewertet: als Niederlage, als Enttäuschung, als falschen Weg, als Chance.  Die Bewertung lässt sich umlernen, aber nicht mal eben schnell. Denn die Bewertungen sind das Ergebnis unserer Einstellung zu uns, der Umwelt, dem Leben an sich.

Veränderungen und Fehler als Chance sehen

Veränderungen gehören unbedingt zum Leben dazu. Gerade in den aktuellen Zeiten sehen wir, dass nicht alles geplant werden kann. Hierbei ist es mehr als sinnvoll, offen zu sein und die Veränderungen als Chance zu sehen. Zudem gehören Fehler zum Leben einfach dazu. Ohne Fehler gibt es keine Entwicklung. Ein Kind fällt beispielsweise tausende Male bis es richtig laufen kann. Es steht immer wieder auf, fällt, steht auf, fällt, steht auf, bis es gelernt hat, sicher zu stehen und zu gehen. Was für ein Optimismus und auch Resilienz! Resiliente Menschen sehen Fehler nicht als Niederlage. Auf diese Weise erlauben sie sich und ihrem Gehirn, weiter auf die vollen Ressourcen zurückgreifen zu können, denn es ist nicht blockiert. Mit Hilfe aller Fähigkeiten und Kompetenzen entwickeln resiliente Menschen früher und leichter kreative Ideen und Wege aus der Krise.

Optimismus und die Macht der positiven Gedanken

Menschen mit hoher Resilienz machen sich keine Illusionen, aber bei Ungewissheit sehen sie das Glas eher halbvoll als halbleer. Es geht dabei nicht um grenzenlosen Optimismus, sondern um den Blick nach vorne, nach Lösungen, nach Offenheit. Auch wenn sie scheinbar von einer Enttäuschung in die nächste rennen – resiliente Menschen wissen, dass es sich dabei um keinen permanenten Zustand handelt. Dass sie vielleicht ihr Handeln, ihr Vorgehen ändern müssen, um erfolgreich zu werden. Diese Art positiv zu denken und mit Zuversicht die Situationen selbstwirksam zu gestalten, ist wichtig. Warum? Letztlich entscheiden die Emotionen darüber, wie sie eine Situation bewerten. Emotionen sind „vor-bewusst“ und deshalb immer etwas schneller als die Kognition, also Wahrnehmung der Informationen. Wenn man positiv an Aufgaben herangeht, sind die Emotionen ebenso positiv; und damit kann man viel leichter auf eigene Ressourcen zurückgreifen, denn negative Emotionen, sind Verhinderer und Blockierer.

Stärkung Ihrer Resilienz – Vorgehensweise im Coaching

Zunächst ist es wichtig, für sich zu erkennen, wie man Situationen bewertet und wie man die Ursachen für die gegebene Situation wahrnimmt. Sind es externe oder interne Ursachen?  Können Sie diese verändern? Wenn Ihnen etwas gelingt – schreiben Sie sich das sich selbst zu oder der Situation, dem Zufall? Und wie machen Sie das bei Misserfolgen? Sind Sie dafür verantwortlich oder die Umstände? Sehen Sie sich als Opfer?

Es gibt sicherlich viele Methoden im Coaching, wie man die eigene Resilienz stärkt. Letztlich kommt es aber auf den Menschen an. Menschen sind individuell und genauso wichtig ist, die Stärkung der Resilienz individuell zu betrachten. Ein mechanistisches Herangehen im Coaching wäre dann auch hier zum Scheitern verurteilt. Gleichzeitig ist es sinnvoll, sich die eigenen Muster und Glaubenssätze mal genauer anzusehen. Dazu gehört z.B. sich bewusst zu machen, wie man bspw. mit dem Scheitern, mit Enttäuschungen umgeht.

  • Wenn Ihnen etwas gelingt oder misslingt: wen machen Sie dafür verantwortlich – sich selbst oder die Umstände?
  • Wer „erzählt“ Ihnen in Ihrem Innersten, dass Sie etwas können oder nicht?
  • Welche inneren Dialoge, Glaubenssätze bewerten Ihre Situation?

So stärken Sie Ihre Resilienz – 3 Tipps zum selber starten

Sie selbst können bereits einiges selbst tun, um sich schneller von Misserfolgen zu erholen und positiv zu bleiben. Die folgenden Tipps sollen Ihnen bewusst machen, welche Stärken und Ressourcen bereits in Ihnen liegen. Nutzen Sie die Hilfestellungen, wenn Sie bei einem Thema nicht weiterwissen oder etwas Stärkung gebrauchen können.

Tipp Nr. 1: Sinnhaftigkeit in schwierigen Situationen finden

Welchen Sinn Sie in schwierigen Situationen finden ist individuell. Wichtig ist, dass Sie ihn für sich finden. Nehmen wir das folgende Beispiel. Angenommen Sie haben den gewünschten Job nicht bekommen. Betrachten Sie die Situation aus möglichst vielen Blickwinkeln:

  • Was gewinnen Sie durch die Absage?
  • Was hätten Sie alles aufgeben müssen, wenn Sie den Job bekommen hätten?
  • Mit wem hätten Sie dann zusammengearbeitet?
  • Wofür wäre der Job wichtig gewesen?
  • Wie würde jemand ganz anderes die Situation interpretieren?

Tipp Nr. 2: Bewertung und Überprüfung der Realität

Oftmals können Krisen auch von einem selbst ausgehen. Sei es der eigene Perfektionismus oder hohe Erwartungen an sich selbst. Achten Sie doch mal darauf, wenn Ihnen etwas nicht gelingt:

  • Wie gehen Sie innerlich mit sich um?
  • Gehören Sie zu denen, die sich dann beschimpfen?

Und wie ist das, wenn Ihnen etwas gelingt:

  • Sind Sie dann stolz auf sich?
  • Oder kommen dann Gedanken wie: naja, ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn?

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre eigene Wahrnehmung und holen sich Feedback bei Ihrem Chef, Kollegen oder nahestehenden Menschen ein. Eigene Erwartungen relativieren sich dadurch häufig und Sie sorgen für eine bessere Energie- und Leistungsbilanz.

Tipp Nr. 3: Kompetenzen und Fähigkeiten bewusst machen

Stärken Sie Ihren Optimismus und Zuversicht, indem Sie sich vor Augen führen, welche Erfolge Sie bereits hatten und welche Misserfolge Sie schon gemeistert haben. Bitten Sie auch hierbei Familie, Freunde und Bekannte um Feedback.

  • Welche Erfolge hatten Sie in welchen Bereichen?
  • Was ist überhaupt ein Erfolg für Sie?
  • Wie gehen Sie mit Erfolgen um?
  • In welchen Bereichen können Sie mit Enttäuschungen besser umgehen und warum?
  • Gelingt es Ihnen eher im Job oder Privaten?

Beantworten Sie diese Fragen am besten schriftlich, legen Sie sich einen Zettel so in Ihre Nähe, dass Ihnen immer, wenn Ihnen etwas einfällt, Sie die Liste weiterführen können. Greifen Sie bei einem Misserfolg auf Ihre Notizen zurück und machen sich bewusst, dass Ihnen mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, als Sie unter Stress wahrnehmen.

Im Coaching geht es darum, sich mit diesen und noch viel mehr Themen auseinanderzusetzen, z.B. Muster zu finden und dann ein individuelles Vorgehen zu entwickeln. Abgestimmt auf Ihre Erfahrungen, Bedürfnisse kann so Resilienz nachhaltig auf- und ausgebaut werden. Und starten Sie am besten schon gleich. Üben Sie an den nächsten kleinen Alltagskrisen und sammeln so Ihre persönlichen Strategien zur Selbststärkung.

Ihnen Alles Gute und spannende Erkenntnisse bei der Stärkung Ihrer Resilienz.

shyopa_Ratgeber_SabineEdlmayrSefrin

Sabine ist Dipl. Psychologin, neurosystemischer Coach und Mediatorin. Als Coach unterstützt sie Führungskräfte, Mitarbeiter und Privatpersonen ihre jeweiligen Potentiale sowie Stärken zu erkennen, zu entwickeln und selbstwirksam zu nutzen.

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