Motivation

Wertschätzung -
Als Führungskraft Mitarbeiter motivieren und wahre Wunder im Team bewirken

Wertschätzung - Als Führungskraft Mitarbeiter motivieren und wahre Wunder im Team bewirken

Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern wirkt sich positiv auf die Motivation aus und kann nicht nur im Team, sondern auch in der Zusammenarbeit mit Kollegen oder dem eigenen Chef wahre Wunder bewirken. Wertschätzung aktiviert das Zentrum für Belohnung im Gehirn und hemmt das Angstzentrum – in kürzester Zeit entfalten sich Kreativität, Motivation und auch die Leistung steigt.

In Situationen mit viel Stress kommt Wertschätzung leider oft zu kurz. Als Manager und Führungskraft tragen Sie allerdings Verantwortung dafür, in Ihrem Team ein Umfeld und Klima zu schaffen, in dem sich Ihre Mitarbeiter beachtet, respektiert und wertgeschätzt fühlen. Denn, Engagement und Leistung können sich nur dort entfalten, wo Vertrauen herrscht und gegenseitige Anerkennung gelebt werden.

Wertschätzung ist mehr als Belohnung und Lob

Oft werden die Begriffe als Synonyme verwendet. Es gibt jedoch Unterschiede. Wertschätzung bedeutet eine Person positiv zu bewerten und ihr individuell, Aufmerksamkeit, Respekt, Achtung, Wohlwollen und Anerkennung zu schenken. Lob oder Belohnung in Form eines höheren Gehaltes allein reichen da nicht aus. Grundlage ist eine positive Haltung gegenüber dem Mitarbeiter, Kollegen oder Chef. Sie nehmen den Anderen, so wie er ist – mit seinen Stärken und Schwächen. Im Gegensatz zu Lob, Belohnung und Anerkennung bezieht sich Wertschätzung zudem nicht auf ein besonderes Verhalten oder eine herausragende Leistung, sondern es geht um den Umgang miteinander.

Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter wertschätzen können

Fangen Sie zunächst bei sich selbst an. Wertschätzung hängt immer mit dem eigenen Selbstwert zusammen. Nur wenn Sie sich selbst mit Ihren Stärken und Schwächen akzeptieren, können Sie auch die Stärken anderer Menschen wertschätzen.

Wichtig zu verstehen ist zudem, dass Wertschätzung unterschiedlich gezeigt, aber auch unterschiedlich wahrgenommen wird. Doch wie schenken Sie als Führungskraft angemessen Wertschätzung? 

Gary Chapman und Paul White sprechen in ihrem Buch “The 5 languages of appreciation in the workplace” von fünf unterschiedlichen Sprachen der Wertschätzung – also, wie diese gegeben und empfangen wird. Häufig gehen wir davon aus, dass unser Gegenüber die gleiche Sprache spricht wie wir. Doch dem ist oft nicht so. Denken Sie an Ihren Chef, die Kollegen oder Ihre Mitarbeiter.

  • Wie gut kennen Sie die Menschen, mit denen Sie täglich zusammenarbeiten?
  • Welche Sprache sprechen die Menschen in Ihrem Umfeld?

Setzen Sie die 5 Sprachen der Wertschätzung in Ihrer Führungsrolle authentisch um

Grundlage jeder Kommunikation und positiven Unternehmenskultur sollte ein respektvoller und höflicher Umgangston sein. Darüber hinaus ist authentische Wertschätzung individuell und zeigt sich oft in kleinen Gesten. Diese können aber einen großen Unterschied machen.

1) Worte der Bestätigung finden

Sprechen Sie aus, was Ihnen ehrlich aufgefallen ist und wofür Sie Dankbarkeit empfinden. Aber, bitte keine leeren Phrasen. Sondern fragen Sie sich:

  • Was hat die Person gut gemacht?
  • Was macht sie oder ihn besonders?
  • Was schätzen Sie, unabhängig von der Leistung?

2) Gemeinsame Zeit verbringen

Verbringen Sie Zeit zusammen. Qualität geht hier über Quantität. Für wenige Minuten voller Aufmerksamkeit reichen zum Beispiel 10 Minuten 1 Mal pro Woche. Nutzen Sie hierzu z.B. das wöchentliche 1:1 oder Mitarbeitergespräch. Hören Sie aktiv zu:

  • Was beschäftigt die Person wirklich?
  • Was macht ihr Freude?

Und denken Sie gerne um die Ecke. Gemeinsam zu einer Konferenz zu fahren oder einen Kundentermin wahrnehmen bedeutet auch, zusammen Zeit zu verbringen.

3) Gefallen tun oder praktische Tipps geben

“Du brauchst mir gar nicht zu sagen, dass ich dir wichtig bin, ich möchte, dass du mir das zeigst.” Personen, die diese Sprache sprechen, hört man Sätze wie diesen sagen. Hören Sie genau hin:

  • Was braucht diese Person, damit sie fühlt, dass ihr geholfen wird?

Und, fragen Sie nach:

  • Kann ich sie unterstützen?
  • Wer kann sie unterstützen?
  • Wie kann ich sie unterstützen?

Geben Sie Tipps und Hilfestellungen für die konkrete Situation. Leere Worte oder Worthülsen sind hier fehl am Platz. Und manchmal kann es ganz einfach sein. Wertschätzung kann auch bedeuten, Jemanden zu organisieren, der hilft.

4) Geschenke machen

Ja, machen Sie physische Geschenke. Meinen Sie diese ernst. Hierbei zählt nicht der monetäre Wert. Es geht vielmehr darum, dass Sie sich wirklich Gedanken machen, was der Person gefällt. Der Gedanke zählt. Manch Mitarbeiter freut sich über einen Geschenkgutscheinen, ein Kollege über ein Ticket für den ÖPNV, ihr Chef über etwas Unterstützung, dass er am Geburtstag seiner Kinder eine Stunde früher gehen kann etc.

5) High Five, auf die Schulter klopfen und andere Formen der Berührung

Im Hinblick auf sexuelle Belästigung werden physische Berührungen oft gemieden. Das ist schade. Denn, Berührungen sind ein Grundbedürfnis und gehören zum menschlich sein dazu. Natürlich darf die Berührung nicht unangemessen sein. Und, es geht um die Person, die Wertschätzung empfängt. Was braucht sie? Vielleicht ein High Five, leicht auf die Schulter klopfen, ein Händedruck oder unter Kollegen auch eine Umarmung, wenn es der Person schlechtgeht.

Sie und Ihr Team arbeiten remote? Kein Problem, die fünf Sprachen der Wertschätzung lassen sich auch online umsetzen. Nutzen Sie unbedingt und regelmäßig die Ton- und Videofunktionen Ihrer genutzten Tools. Auf diese Weise können Sie Ihrem Team leicht mit Anerkennung und Respekt begegnen. Wichtig: Emojis sind weit verbreitet und nett, ersetzen aber keine authentisch geäußerten Emotionen.

Wertschätzung im Team fördern – Methoden im Coaching

Schauen wir uns nun an, was Sie konkret machen können, um das Thema Wertschätzung im Team zu fördern. Sei es, dass Sie Ihre Mitarbeiter richtig wertschätzen, die Zusammenarbeit unter den Kollegen verbessert werden soll oder Sie eine gute Teamkultur entwickeln möchten.

Selbstreflexion – Startpunkt im Coaching

Zunächst geht es darum, dass Sie sich und Ihr Verhalten reflektieren. Starten Sie den Prozess schon jetzt. Folgende Fragen können Sie sich hierbei stellen:

  • Was nehme ich selbst als wertschätzend wahr?
  • Was brauche ich eigentlich?
  • Wie bewusst oder unbewusst habe ich in der Vergangenheit Wertschätzung gezeigt?

Nachdem Sie mehr über sich erfahren haben, geht es darum, praktische Impulse zu erarbeiten. Äußern Sie Wertschätzung. Und lernen Sie, wie Sie andere stark machen. Werden Sie dabei selbst stärker. Jede Geste echter Wertschätzung wird mit vielen Gesten der Wertschätzung beantwortet werden.

Werte im Team erarbeiten

Und gehen Sie noch einen Schritt weiter. Nehmen Sie Ihr Team mit auf die Reise. Tauschen Sie sich transparent mit Ihren Mitarbeitern aus und finden heraus:

  • Wer spricht welche Sprache(n)?
  • Wer braucht was, um sich wertgeschätzt zu fühlen?
  • Wie können sie sich im Team gegenseitig daran erinnern?

Appreciation Walk – Coaching beim Gehen

Für die gemeinsame Erarbeitung der Werte im Team bietet die 30-minütige Übung “Appreciation Walk” einen super Start.

Gehen Sie hierfür in 2er Teams zusammen und nehmen sich 30 Minuten Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang. Online funktioniert die Übung gut in Breakout Sessions. Interviewen Sie sich gegenseitig und wechseln Sie nach 15 Minuten die Rollen:

  • Wie sieht für Dich ideale Wertschätzung aus?
  • Auf einer Skala von 1-10, wie stark wird dein Bedürfnis nach Wertschätzung im aktuellen Arbeitskontext erfüllt?
  • Was kannst du selbst tun, um auf der Skala einen Schritt weiter zu kommen?

Diese Übung kann gut eingebunden werden, wenn Sie zum Beispiel ein separates Event, Workshop oder Team Offsite zum Thema Teamkultur planen. Um das Meiste aus Ihrem Team herauszuholen, ist es wichtig, einen klaren Prozess zu verfolgen. Lassen Sie sich hierbei idealerweise von einem erfahrenen Coach begleiten.

Noch mehr zum Thema Wertschätzung? Als weitere Lektüre kann ich Ihnen das Buch “Das Wunder der Wertschätzung: Wie wir andere stark machen und dabei selbst stärker werden” von Reinhard Haller empfehlen.  

Und zum Schluss: Ohne Selbstwertschätzung keine Wertschätzung. Fordern Sie selbst aktiv Wertschätzung ein und tun Sie sich damit selbst etwas Gutes.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren und wertschätzen.

shyopa_Ratgeber_Jana_Hollmann

Jana arbeitet als systemische Beraterin, Business Coach und Consultant rund um das Thema Neues Arbeiten. Im Coaching mit Jana kommen Sie vom Denken ins Tun.

Alle Neuigkeiten von shyopa direkt in Ihrer Inbox.

Durch Klicken auf “Abschicken” stimmen Sie den AGB und Datenschutzrichtlinien von shyopa zu.